Die besten Distortion/Verzerrer Pedale für E-Gitarre

Heute sind Distortion-Pedale beliebter denn je - im digitalen Zeitalter, in dem viele Gitarristen ohne Verstärker oder mit Transistorverstärkern spielen, werden Distortion-Pedale sehr häufig eingesetzt, um härtere Musik zu spielen.
Inhaltsverzeichnis

Eine E-Gitarre ohne Verzerrung ist kaum vorstellbar – das ist klar. Aber wie bekommt man eine ordentliche Verzerrung hin, ohne einen Vollröhrenverstärker zu haben und ihn voll aufzudrehen?

Ganz einfach, mit einem Verzerrerpedal. Diese Pedale sind nur dazu da, den Klang der E-Gitarre zu verzerren, und zwar meist ohne Röhren, sondern mit DSP (Digital Signal Processing) oder analogen Schaltungen. Sie werden zwischen E-Gitarre und Gitarrenverstärker geschaltet und können mit einem Fußschalter ein- und ausgeschaltet werden.

Ihr Klang ist mittlerweile so gut, dass viele von ihnen fast so gut klingen wie Vollröhrenverstärker. Und sie bieten im Vergleich zu den Vollröhrenmonstern viele weitere Vorteile wie Portabilität, die Möglichkeit, Presets zu speichern oder die Fähigkeit, bei geringer Lautstärke starke Verzerrungen zu erzeugen.

Das Angebot ist sehr vielfältig – es gibt viele Pedale von bekannten Herstellern wie Boss, Behringer oder MXR, die seit Jahren zu den Bestsellern gehören. Aber jedes Jahr kommen neue Modelle auf den Markt, sodass die Auswahl manchmal schwer fallen kann. Dieser Ratgeber soll dir helfen, das beste Distortion-Pedal für deine Bedürfnisse zu finden.

Kurz und knapp: Welches Distortion-Pedal ist das Beste?

Die derzeit besten Verzerrerpedale sind unserer Meinung nach der ProCo Rat 2, weil er einen enormen Beitrag zur Rockgeschichte geleistet hat, und der Fender Pugilist, weil er eine enorme Soundvielfalt bietet, die mit anderen Pedalen nicht möglich ist.

Der Ibanez TS9 Tubescreamer und der Warm Audio Centavo Klon Centaur sind die besten Optionen, um das Signal eines Verstärkers zu übersteuern.

Für einen richtig dreckigen, verzerrten Sound mit langem Sustain à la Jimi Hendrix ist der Electro Harmonic Big Muff die beste Wahl.

Die besten Distortion-Pedale

ProCo Rat 2 Distortion / Overdrive Pedal

ProCo Rat 2 Distortion / Overdrive Pedal
ProCo Rat 2 Distortion / Overdrive Pedal
SPEZIFIKATIONEN

Parameter: Distortion, Filter, Volume

Bypass: True Bypass

Analog/Digital: Analog

WAS SPRICHT DAFÜR?
  • Legendärer Sound
  • Sehr vielseitig (Overdrive, Distortion, und sogar Fuzz)
  • Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis
WAS SPRICHT DAGEGEN?

Dieses Distortion-Pedal ist das legendärste auf dieser Liste und hat einen enormen Beitrag zur Rockgeschichte geleistet. Als es 1978 auf den Markt kam, war es eines der ersten Distortion-Pedale überhaupt. Es hat die Zeit gut überstanden und ist auch heute noch eines der besten, wenn nicht das beste Verzerrerpedal überhaupt. Es ist auf vielen Aufnahmen der letzten 46 Jahre zu hören!

Das Pedal an sich ist sehr simpel aufgebaut: Er hat lediglich Drehregler für Distortion (wie viel das Signal verzerrt wird), Filter (um den Klang heller oder dunkler zu machen) und Volume (um die Gesamtlautstärke zu regeln). Aber damit kann man im Grunde schon alle möglichen Sounds mit erzeugen.

Die Klangpalette reicht von leichtem Overdrive, wenn man den Distortion-Regler nur ein wenig aufdreht, bis zu sehr starker Verzerrung, wenn man den Regler voll aufdreht. Und ganz ehrlich: Der Sound steht dem eines Vollröhrenverstärkers in nichts nach!

Das Pedal besitzt lediglich ein Ein- und Ausgang, ein Fußschalter, um das Pedal ein- oder auszuschalten und ein Eingang für die Stromversorgung. Das Pedal kann entweder über einen 9V-Netzteil oder eine 9V Batterie betrieben werden.

Was ich aber unglaublich finde, ist der Preis, denn dieses Pedal kostet nur 93€. Das ist sehr günstig für ein Pedal, das seit über 40 Jahren auf dem Markt ist und immer noch zu den Bestsellern gehört. Deshalb ist es meiner Meinung nach das beste Verzerrer-Pedal überhaupt.

Fender Pugilist Distortion Pedal

Fender Pugilist Distortion Pedal
Fender Pugilist Distortion Pedal
SPEZIFIKATIONEN

Parameter: Tone A, Gain A, Tone B, Gain B, Blend/Series Schalter, A/B Blend, Level, Bass Boost

Bypass: True Bypass

Analog/Digital: Analog

WAS SPRICHT DAFÜR?
  • Sehr viele Möglichkeiten der Klanggestaltung
  • Sehr guter Klang
  • Der Preis ist für den Funktionsumfang unglaublich günstig
WAS SPRICHT DAGEGEN?
  • Es kann etwas Zeit dauern, bis man den perfekten Sound eingestellt hat

Das Fender Puiglist ist ein sehr innovatives Pedal: Es bietet zwei getrennte „Kanäle“ für die Verzerrung, die miteinander kombiniert werden können, um unendliche Möglichkeiten der Klanggestaltung zu bieten. Fender hat sich dafür entschieden, nicht wie viele andere Hersteller andere Pedale zu kopieren, sondern völlig neu zu denken.

Wie bereits erwähnt, gibt es zwei getrennte Kanäle (A und B), die jeweils über einen Gain-Regler (für die Verzerrung) und einen Tone-Regler (für die Klangregelung) verfügen. Kanal B kann stärker verzerren als Kanal A. Die beiden Kanäle können dann mit dem Blend-Regler miteinander kombiniert werden, oder sie können hintereinander geschaltet werden, indem man den Schalter auf „Series“ statt „Blend“ stellt.

Mit dem Level-Regler kann die Gesamtlautstärke eingestellt werden und es gibt einen zusätzlichen Schalter für Bass Boost. Damit werden, wie der Name schon sagt, die tiefen Frequenzen angehoben. Jeder Regler hat ein eingebautes LED-Licht, das die Stellung auch im Dunkeln anzeigt (diese LEDs können auch mit einem Schalter auf der Rückseite ausgeschaltet werden).

Dieses Verzerrer-Pedal kann alle Verzerrungsgrade erzeugen, von leichtem Boost über moderaten Overdrive bis hin zu härterer Distortion, die sich hervorragend für Hardrock oder Metal eignet. Wenn man beide Gain-Regler extrem aufdreht, kann man sogar eine leichte Fuzz-Verzerrung erzeugen.

Dieses Pedal bietet meiner Meinung nach die meisten Features und obwohl es keine 40 Jahre auf dem Buckel hat, hat sich die Qualität von Fender in über 70 Jahren Gitarren- und Verstärkerbau bewährt. Ich kann es also wirklich jedem empfehlen.

Passend dazu: Die 11 besten E-Gitarren für Anfänger

Boss DS-1 Distortion Pedal

Boss DS-1 Distortion Pedal
Boss DS-1 Distortion Pedal
SPEZIFIKATIONEN

Parameter: Tone, Distortion, Level (Master)

Bypass: True Bypass

Analog/Digital: Analog

WAS SPRICHT DAFÜR?
  • Einfach zu bedienen
  • Schöne, bekannte Verzerrung
  • Guter Preis
WAS SPRICHT DAGEGEN?
  • Nicht so vielseitig wie andere Modelle

Ein weiterer Klassiker unter den Verzerrerpedalen ist das Boss DS-1, das ebenfalls 1978 auf den Markt kam und seitdem eines der beliebtesten Pedale überhaupt ist. Es wurde unter anderem von Legenden wie Kurt Cobain oder Joe Satriani verwendet.

Auch dieses Pedal ist relativ einfach aufgebaut und ähnelt sehr dem ProCo Rat – es gibt nur 3 Regler für Distortion, Volume und Tone. Letzterer steuert die Klangfarbe (dunkel oder hell). Die Verzerrung geht in Richtung eines britischen Sounds und kann von sehr weich (eher Overdrive) bis hin zu härteren Zerrsounds reichen, die es locker mit teureren Vollröhrenamps aufnehmen können.

Der Tone-Regler ist sehr nützlich – er kann die Höhen richtig aufdrehen, sodass die Gitarre in jedem Mix gut durchsticht, oder er kann den Sound sehr dunkel machen, was perfekt für Rhythmusriffs ist.

Trotzdem klingt die E-Gitarre relativ natürlich – es entstehen sehr schöne Obertöne, die die Verzerrung sehr harmonisch und musikalisch klingen lassen. Auch die Dynamik ist für einen Verzerrersound nicht schlecht, da das Signal nicht übermäßig komprimiert wird.

Neben der Originalversion gibt es noch den Boss DS-1w, der noch mehr verzerren kann, wenn man den Distortion-Poti voll aufdreht, und damit noch mehr Soundmöglichkeiten bietet. Ansonsten klingt es aber genau wie das Original.

MXR 75 Super Badass Distortion

MXR 75 Super Badass Distortion
MXR 75 Super Badass Distortion
SPEZIFIKATIONEN

Parameter: Bass, Mid, Treble, Distortion, Output (Master)

Bypass: True Bypass

Analog/Digital: Analog

WAS SPRICHT DAFÜR?
  • 3-Band-EQ ermöglicht viele Klangfarben
  • Breites Spektrum an Verzerrungen möglich
  • Sehr schöne Verzerrung
WAS SPRICHT DAGEGEN?
  • Teurer als andere Modelle

Das MXR 75 ist ein sehr vielseitiges Distortion-Pedal, denn es bietet neben Distortion- und Volume-Regler auch einen 3-Band-EQ zur Klangformung. Das ist sehr nützlich, denn man kann damit zum Beispiel die Höhen und Bässe anheben, um einen tollen Metal-Sound zu erzeugen, oder sie absenken und die Mitten anheben, um eher in Richtung Blues zu gehen.

Mit einem 3-Band-EQ hat man also sehr viele Klangmöglichkeiten. Außerdem ist der Distortion-Regler sehr sanft: Wenn man ihn nur ein wenig aufdreht, erhält man eine sanfte Verzerrung, die sehr moderat ist. Perfekt für Blues oder relativ saubere Genres.

Dreht man den Regler weiter auf, erhält man eine schon beachtliche Verzerrung, die von Rock über Metal bis hin zu Punk reichen kann. Ab ca. 3/4 des Potis wird es schon extrem verzerrt und eher matschig (Fuzz-Distortion) und man fängt an, viel Rauschen zu hören. Das passiert aber nur bei wirklich extremer Verzerrung.

Dieses Pedal ist 100% analog – es gibt also keine DSP-Technik, sondern nur analoge Schaltungen. Es verzerrt, indem das Signal durch einen internen Verstärker geclippt wird.

Boss SD-1 Super Overdrive

Boss SD-1 Super Overdrive
Boss SD-1 Super Overdrive
SPEZIFIKATIONEN

Parameter: Level, Tone, Drive

Bypass: True Bypass

Analog/Digital: Analog

WAS SPRICHT DAFÜR?
  • Sehr guter Preis
  • Schöne, leichte Verzerrung, ideal für Blues
WAS SPRICHT DAGEGEN?
  • Nicht so vielseitig wie andere Modelle

Das Boss SD-1 ist ein Overdrive-Pedal – es kann also nicht stark zerren, sondern nur wenig. Das kann es aber sehr gut! Erwarte aber nicht, mit diesem Pedal einen Metal-Sound über einen sauberen Amp zu bekommen, denn das geht eben nicht.

Was man aber sehr gut damit machen kann, sind Crunchsounds oder leicht verzerrte Gitarrensounds. Wenn man die Verzerrung über den Amp einstellt, kann dieses Pedal das Signal noch ein bisschen mehr verzerren. Es gibt dem Amp also einen kleinen „Push“, der in bestimmten Situationen Wunder wirken kann.

Es hat die gleichen drei Regler wie die meisten Distortion-Pedale: Volume, Distortion und Tone. Dreht man den Distortion-Regler ein wenig auf, erhält man den typischen Booster-Sound, d.h. das Signal wird lauter, aber kaum verzerrt und bekommt schöne Obertöne. Damit kann sich jeder Solist in sauberen Genres sehr gut durchsetzen.

Dreht man den Distortion-Regler weiter auf, erhält man den typischen Overdrive-Sound, der sich sehr gut für Blues oder Rock eignet. Der Sound bekommt dann ordentlich Obertöne, bleibt aber dynamisch und harmonisch.

Dieses Pedal lässt sich auch sehr gut in Kombination mit anderen Pedalen einsetzen – man kann z.B. einen Boss DS-1 hinter den SD-1 schalten, um richtig harte und verzerrte Sounds zu erzeugen.

TC Electronic Tube Pilot Overdrive

TC Electronic Tube Pilot Overdrive
TC Electronic Tube Pilot Overdrive
SPEZIFIKATIONEN

Parameter: Drive, Output

Bypass: True Bypass

Analog/Digital: Analog

WAS SPRICHT DAFÜR?
  • Perfekt, um das Signal leicht zu sättigen
  • Sehr harmonische Verzerrung der Röhre
  • Unschlagbarer Preis
WAS SPRICHT DAGEGEN?
  • Kein Tone-Regler

Nun kommen wir zum ersten Verzerrer in diesem Vergleich, der eine echte Röhre enthält. Der Tube Pilot Overdrive von TC Electronic ist ein einfaches, aber sehr mächtiges Overdrive-Pedal, das mit Hilfe einer 12AX7 Röhre Verzerrung erzeugt – genau wie in einem Röhrenverstärker.

Es verzerrt nicht extrem – schließlich ist es ein Overdrive- und kein Distortion-Pedal – aber es bringt viel Wärme und Obertöne in den Sound. Perfekt, um zum Beispiel dem Transistorsound deines Amps etwas Leben einzuhauchen oder um warme Crunchsounds zu erzeugen. Aber auch clean klingt dieses Pedal sehr schön und sehr warm – es bringt eben den typischen Röhrencharakter mit.

Aber auch das ist kein Pedal für Metal oder ähnliches, dafür braucht man schon eher ein Verzerrerpedal. Das Pedal hat auch nur zwei Regler – einen für die Verzerrung und einen für die Lautstärke. Ein Tone-Regler wäre schön gewesen, aber für 58€ kann man das auch nicht erwarten. Wenn man den Sound noch etwas mehr verformen möchte, kann man einfach den EQ des Verstärkers benutzen.

Dieses Pedal lässt sich auch sehr gut mit anderen Pedalen kombinieren – so kann man z.B. ein hartes Verzerrerpedal dahinter schalten, um das Beste aus beiden Welten zu haben: einen warmen Röhrensound und extreme Verzerrung.

Warm Audio – Centavo Klon Centaur

Warm Audio - Centavo Klon Centaur
Warm Audio – Centavo Klon Centaur
SPEZIFIKATIONEN

Parameter: Gain, Treble, Output

Bypass: Buffered

Analog/Digital: Analog

WAS SPRICHT DAFÜR?
  • Sehr true Nachbildung des legendären Pedals
  • Sehr schöner Klang
WAS SPRICHT DAGEGEN?
  • Teuer im Vergleich mit anderen Pedalen dieser Liste

Dieses Distortion-Pedal von Warm Audio ist – wie die meisten Produkte dieser Marke – ein Klon eines legendären Distortion-Pedals aus den 90er Jahren, des Klon Centaur. Von diesem Pedal wurden damals nur 8.000 Stück produziert und der Sound war so gut, dass jeder es haben wollte. Aufgrund der limitierten Auflage werden heute Modelle aus den 90er Jahren für über 5.000€ gebraucht verkauft.

Aber Warm Audio hat diesen Klon herausgebracht und bietet ihn für deutlich weniger Geld an, nur 179€. Und der Sound ist fast identisch mit dem Original. Dieses Pedal war so beliebt, weil es die Fähigkeit hatte, das Signal auf eine sehr saubere und transparente Art und Weise zu verzerren. Die Klangfarbe der Gitarre wurde also nur minimal verändert, obwohl eine Menge Gain hinzugefügt wurde. Und das können nicht viele Pedale.

Die Tatsache, dass dieses Pedal das Signal so wenig verfärbt, macht es extrem vielseitig – es kann mit allen möglichen Gitarrenmodellen und Verstärkern verwendet werden. Ein Tube-Screamer von Ibanez zum Beispiel hebt besonders die Frequenzen im Mittenbereich an – daher funktioniert es sehr gut mit einer Fender Stratocaster und einem Fender Amp, weil diese Kombination eben schwache Mitten produziert. Aber mit vielen anderen Amps klingt die Ibanez nicht mehr so gut, weil genau dann die Mitten überbetont werden.

Genau das passiert mit dem Centavo nicht: Der Sound ist sehr transparent – es gibt in keinem Frequenzbereich eine Überbetonung. Dadurch klingt das Pedal mit fast allen Verstärkern und E-Gitarren gut.

Man darf nicht vergessen, dass es sich um ein Overdrive-Pedal und nicht um ein Distortion-Pedal handelt. Es kann also nicht so stark verzerren wie zum Beispiel das Boss DS-1. Aber dafür ist es auch nicht da – der Warm Audio Klon Centaur ist eher ein Booster-Pedal.

Ibanez TS9 Tubescreamer Distortion Fußpedal

Ibanez TS9 Tubescreamer Distortion Fußpedal
Ibanez TS9 Tubescreamer Distortion Fußpedal
SPEZIFIKATIONEN

Parameter: Drive, Tone, Level

Bypass: Buffered

Analog/Digital: Analog

LINK
WAS SPRICHT DAFÜR?
  • Legendärer Sound
  • Sehr robust
  • Besonders für Fender Stratocasters geeignet
WAS SPRICHT DAGEGEN?

Hier haben wir einen weiteren Klassiker – wahrscheinlich sogar das beliebteste Distortion-Pedal aller Zeiten. Das Ibanez TS9 kam 1979 auf den Markt (das Vorgängermodell hieß damals noch 808) und ist seitdem eines der beliebtesten Pedale überhaupt. In den letzten 45 Jahren gab es viele Klone und Kopien, aber keine ist so beliebt wie das Original. Und das nach 45 Jahren!

Populär wurde das Pedal vor allem durch Stevie Ray Vaughan, der es oft spielte. Aber auch viele andere berühmte Gitarristen wie John Petrucci oder Keith Richards haben oft auf den Ibanez TS9 zurückgegriffen, wenn es darum ging, verzerrte Sounds zu erzeugen.

Der Name Tube Screamer bezieht sich auf die Fähigkeit des Pedals, die Vorverstärkersektion eines Röhrenverstärkers zu übersteuern, was zu mehr Gain aus dem Verstärker selbst führt. Dies kann zu einem sehr verzerrten Sound führen, wenn der Verstärker ebenfalls stark aufgedreht ist.

Bei sauberen Amps erzeugt das Pedal eher einen Overdrive-Sound (also leicht verzerrt), wobei viel Dynamik erhalten bleibt und das Sustain der Note verlängert wird. Allein kann der Tube Screamer also keine Metal-Sounds erzeugen, aber zusammen mit dem richtigen Verstärker schon.

Das Pedal betont besonders den mittleren Frequenzbereich der E-Gitarre, wodurch sich der Sound wunderbar im Mix durchsetzt. Und genau deshalb ist es bei der Kombination Fender Stratocaster + Fender Amp so beliebt, denn diese Kombination ist gerade im mittleren Frequenzbereich etwas schwach.

Electro Harmonix Bigmuff

Electro Harmonix Bigmuff
Electro Harmonix Bigmuff
SPEZIFIKATIONEN

Parameter: Volume, Tone, Sustain

Bypass: True Bypass

Analog/Digital: Analog

WAS SPRICHT DAFÜR?
  • Tolle harte Gitarrensounds
  • Sehr lange Sustains im Stil von Jimi Hendrix möglich
  • Bleibt relativ klar auch bei harter Verzerrung
WAS SPRICHT DAGEGEN?
  • Nicht sehr vielseitig

Das Electro Harmonix Bigmuff ist das erste Fuzz-Pedal auf dieser Liste, da es eine extreme Verzerrung erzeugt. Die sogenannte Fuzz-Verzerrung klingt extrem komprimiert und die Töne haben ein sehr langes Sustain, das man bei diesem Pedal auch individuell mit dem Sustain-Regler einstellen kann.

Das Pedal erzeugt einen Sound, der schon in Richtung Heavy Metal oder Punk geht, besonders wenn man das Sustain sehr weit aufdreht. Bei moderatem Sustain und Verzerrung klingt die E-Gitarre eher nach Jimi Hendrix oder Santana, und der Sound ist erstaunlich gut.

Es klingt „dreckig“, aber nicht „matschig“ wie andere Fuzz-Pedale – die Töne klingen überraschend klar und differenziert. Auch Rückkopplungen im Stil von Jimi Hendrix lassen sich mit diesem Verzerrer sehr gut erzeugen, besonders wenn man das Sustain aufdreht.

Ich kann dieses Pedal jedem Gitarristen empfehlen, der besonders harte Genres spielt – denn damit kann man auch ohne Röhrenverstärker richtig druckvolle Sounds erzeugen und das für unter 100€. Eine Sache, die man über dieses Pedal wissen muss, ist, dass es sehr groß ist – Bilder ohne Skala täuschen oft. Man braucht also viel Platz auf dem Pedalboard.

Behringer VT999

Behringer VT999
Behringer VT999
SPEZIFIKATIONEN

Parameter: Gain, Master, Treble, mid, Bass, Noise-Gate Schalter, Threshold

Bypass: Buffered

Analog/Digital: Analog

LINK

Behringer VT999 (95€)

WAS SPRICHT DAFÜR?
  • Schöne harmonische Verzerrung
  • Sehr viele Möglichkeiten zur Anpassung des Klangs
  • Sehr vielseitig (von Overdrive bis Fuzz)
  • Noise gate ist ein tolles Feature, um Rauschen zu unterdrücken
WAS SPRICHT DAGEGEN?
  • Sehr groß

Das Behringer VT999 ist ein spezielles Verzerrerpedal mit einer 12AX7 Röhre und einem schaltbaren Noise-Gate. Es hat einen Verzerrungsregler (Gain), einen Lautstärkeregler (Master) und einen 3-Band-EQ, wodurch sich viele Soundmöglichkeiten ergeben. Die Bandbreite reicht von leichter Blues-Verzerrung bis hin zu harter Heavy-Metal-Verzerrung.

Das Noise-Gate dient zur Unterdrückung von Nebengeräuschen in den Spielpausen, ein häufiges Problem bei Verzerrerpedalen. Mit dem Threshold-Regler kann die Lautstärke eingestellt werden, ab der das Noise-Gate zu arbeiten beginnt.

Durch die eingebaute Röhre ist der Sound sehr warm und geht in Richtung Vintage. Die Dynamik bleibt sehr gut erhalten und die Kompression ist nicht zu stark. Der 3-Band-EQ ist wirklich gut und sehr praktisch und lässt von dunkel bis hell alles zu.

Das Pedal ist sehr groß, aber dafür ziemlich robust. Der Preis von 95€ scheint für die Menge an Features extrem günstig – aber es ist schließlich ein Behringer-Produkt und Behringer ist dafür bekannt, relativ gutes und sehr günstiges Equipment herzustellen, da sie in großen Stückzahlen produzieren.

Marshall The Guv´nor

Marshall The Guv´nor
Marshall The Guv´nor
SPEZIFIKATIONEN

Parameter: Gain, Treble, Mid, Bass, Level

Bypass: Buffered

Analog/Digital: Analog

LINK
WAS SPRICHT DAFÜR?
  • Einer der besten Verzerrungen – mit diesem Pedal braucht man kein Röhrenamp mehr
  • Sehr vielseitig
  • 3-Band-EQ erlaubt viele verschiedene Klangfarben
WAS SPRICHT DAGEGEN?

Ein legendäres Pedal von Marshall, das bereits 1988 auf den Markt kam und die Welt der Verzerrer-Pedale auf den Kopf stellte. Das Marshall The Guv´nor war das erste Pedal, das wirklich eine Verzerrung erzeugte, die mit Vollröhrenverstärkern mithalten konnte. Bis dahin wurden Verzerrerpedale bei Aufnahmen nur als Booster eingesetzt – die Verzerrung wurde mit dem Verstärker erzeugt.

Dementsprechend kann man dieses Pedal auch mit cleanen Amps verwenden und bekommt trotzdem eine unglaublich gute Verzerrung. Das Pedal hat einen 3-Band EQ, mit dem man den Sound in alle möglichen Richtungen verzerren kann. Natürlich gibt es auch einen Gain- und einen Volume-Regler.

Dieses Verzerrer-Pedal basiert auf analogen Schaltungen (ähnlich wie der MXR 75), daher klingt es dynamisch und harmonisch. Mit 159 Euro ist es teurer als die meisten Pedale auf dieser Liste, aber es ist jeden Cent wert.

Overdrive, Distortion, Booster, Fuzzer – Was ist der Unterschied?

Die Kategorisierung von Distortion-Pedalen kann in der Tat etwas verwirrend sein, da es verschiedene Unterkategorien innerhalb der Verzerrer gibt. Overdrive, Distortion, Boost oder Fuzz – alle Begriffe stehen für Verzerrung, allerdings in unterschiedlicher Intensität. Im Grunde beschreiben die Namen also nur die Intensität der Verzerrung.

Booster-Pedale

Der Booster ist die schwächste Form der Verzerrung – er erhöht die Lautstärke des Gitarrensignals, ohne den Klang wesentlich zu verändern. Es können lediglich einige Obertöne hinzukommen, aber im Grunde genommen empfindet der Zuhörer den Klang der E-Gitarre nicht als verzerrt wie bei AC/DC oder Metallica. Der Klang erinnert eher an Eric Clapton.

Solche Pedale werden gerne in relativ „sauberen“ Genres wie Blues oder Jazz eingesetzt, wenn die E-Gitarre ein Solo spielt, um sich etwas von den anderen Instrumenten abzuheben. Der Klang bleibt aber sauber.

Overdrive-Pedale

Die nächste Stufe der Verzerrung ist der Overdrive. Hier wird der Klang der E-Gitarre stärker verzerrt, so dass eine deutliche Veränderung des Klangs wahrnehmbar ist. Hier würde jeder Zuhörer den Klang bereits mit dem einer verzerrten E-Gitarre identifizieren. Wie der englische Name schon sagt, simuliert ein Overdrive-Pedal den Klang eines übersteuerten Gitarrenverstärkers.

Es kommen viele Obertöne hinzu und das Sustain der Töne wird länger, wie man es von verzerrten Klängen kennt. Die Gitarre klingt wärmer und dreckiger.

Mit Overdrive-Pedalen entsteht ein Sound in Richtung AC/DC – also deutlich verzerrt und rockig, aber nicht so verzerrt wie bei Metal-Bands wie Metallica oder Iron Maiden.

Distortion-Pedale

Die nächste Stufe der Verzerrung heißt Distortion, und hier wird es richtig heiß! Hier wird der Klang noch mehr verzerrt und klingt dementsprechend viel „dreckiger“. Das Sustain der Töne wird enorm verlängert und es entsteht eine starke natürliche Kompression, so dass der Klang kaum noch Dynamik hat. Wenn man mit Verzerrung die Töne lange hält, kann es sogar zu den beliebten Rückkopplungen kommen (wie bei Jimi Hendrix, als er seine E-Gitarre näher an den Verstärker brachte).

Der Distortion-Sound ist bei Metal- und Hardrock-Bands sehr beliebt. Der Klang geht in Richtung Metallica, Rammstein, Slipknot oder Iron Maiden. Obwohl die E-Gitarre sehr verzerrt klingt, empfinden wir diesen Klangtrotzdem als natürlich.

Fuzz-Pedale

Fuzz-Pedale erzeugen eine extreme Form der Verzerrung, indem sie das Gitarrensignal stark verzerren und eine sehr dichte, fast synthetische Verzerrung erzeugen. Der Klang ist im Vergleich zur Distortion eher unnatürlich. Der Name kommt daher, dass man mit einem Fuzz-Pedal den Klang von kaputtem Equipment imitieren wollte.

Das Signal ist extrem komprimiert und hat keine Dynamik. Der Sound ist sehr schmutzig und etwas zufällig. Fuzz-Pedale sind nicht so populär wie die anderen 3 Verzerrer, weil sie einfach nicht so oft benutzt werden können. Im Punk-Genre sind sie jedoch sehr beliebt.

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